Als kleines Mädchen wusste ich schon, ich will die Ästhetik, die Ruhe und auch die Harmonie einfangen. Für einen Moment inne halten, still sein und nachspüren. Ein Bild zeichnen von dem Augenblick der unwiederbringlich ist, da alles im Fluss ist und Veränderung mit sich bringt.
Aufgrund meiner Naturverbundenheit wurde ich somit Floristin.

Einhergehend mit dem Wunsch einen Einklang und Harmonie für diesen kleinen Moment zu schaffen, zeigten sich aber auch Wandlung und Vergänglichkeit des Entstandenen. In der Gestaltung von Trauerfloristik wurde dieser Ansatz in zweierlei Hinsicht nochmals unterstrichen.
Einerseits im Arbeiten mit den Blumen, die in dem Moment des Abschiedes ihre wahre Schönheit zeigen sollen und andererseits den Abschied des verstobenen Menschen für die Angehörigen so zu gestalten, dass er als ein ästhetischer, harmonischer und friedlicher Moment im Geiste bleibt.

So führte mein beruflicher Weg hin zur Bestatterin.
Ein wichtiger Teil meiner Arbeit ist, die zahlreichen und kostbaren Möglichkeiten im Prozess des „sich verabschiedens“ aufzuzeigen und erfahrbar zu machen. Den Moment wahrnehmen und dennoch die Vergänglichkeit des Schönen begreifen – aus diesem Blickwinkel können wir neue Kraft schöpfen und Trost finden.