Hebamme und Trauerbegleiterin – geht das zusammen?
Diese Frage beantworte ich mit einem eindeutigen “Ja”!
Geburt und Trauer sind existenzielle Prozesse, die gelebt und durchlitten werden wollen.
Nach der Geburtsarbeit hält die Mutter das Kind in ihren Armen.
Nach der Trauerarbeit hält die Liebe zum Verstorbenen und die Dankbarkeit für die gemeinsame Zeit die Hinterbliebenen.
Oft werde ich gefragt, warum ich Trauerbegleitung zu meiner Aufgabe wählte. In meiner großen Herkunftsfamilie sind Geburt und Tod etwas ganz Natürliches. Kinder wurden zu Hause geboren und Verstorbene zu Hause aufgebahrt.
Ich habe an mir selbst erfahren, wie unterdrückte Trauer Lebendigkeit verhindert, und wie befreiend es ist, Trauer wirklich zuzulassen. Deshalb unterstütze ich Trauernde darin, ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen und begleite sie auf ihrem individuellen Weg durch ihre Trauer.
Ob in der Arbeit mit Einzelnen oder in der Gruppe, immer wieder bin ich tief berührt durch die Veränderung, die sich im Verlaufe eines Trauerprozesses zeigt. Veränderung und Wandlung brauchen Zeit und einen geschützten Raum. Diesen Raum möchte ich Trauernden gerne geben.